
Von Ruth Keidel und Edmund Hohls
Am 26. Oktober 2025 verstarb die Krankenschwester und Hebamme Marie-Charlotte Bente im Alter von 92 Jahren in Berlin. Als „Schwester im Krankendienst“ in Südafrika war sie an unterschiedlichen Orten viele Jahre für die Mission tätig.
Aus Straßburg im Elsaß gebürtig, kam ihre deutsch-französische Familie 1944 durch die Kriegswirren nach Deutschland, wo ihr Vater Wilhelm Bente als Pfarrer in verschiedenen Gemeinden tätig war, was für Marie-Charlotte mehrfachen Schulwechsel bedeutete. Als Pfarrer Bente nach Kiel berufen wurde, verließ Marie-Charlotte die Obersekunda mit dem Ziel, Krankenschwester zu werden. Hier zeigte sich schon ihre Abenteuerlust, indem sie zur Ausbildung nach England (Vereinigtes Königreich) ging. Von 1953 bis 1957 lernte und arbeitete Marie-Charlotte in West Middlesex, Leeds und Uxbridge, und kehrte als ausgebildete Krankenschwester und Hebamme nach Deutschland zurück.
Sie arbeitete als Krankenschwester in der Universitätsklinik in Kiel und anschließend im Amerikanischen Hospital in Paris, bis sie sich von Missionar Friedrich Dierks in den Dienst der Mission rufen ließ.
Nach einer Vorbereitungszeit in Tübingen und Berlin wurde sie im August 1961 nach Südafrika entsandt, wo sie zunächst drei Monate im Kinderkrankenhaus in Johannesburg arbeitete, um die staatliche Anerkennung zu erlangen. Anschließend ging sie als Leitende Schwester in das Missionskrankenhaus Botshabelo in die Nord-West Provinz. Das Hospital hatte 50 Betten, eine mobile Aussenabteilung, und einen Distrikts-Arzt, der nur an zwei Tagen in der Woche kam. Somit hatte Schwester Marie-Charlotte die volle Verantwortung für die Krankenarbeit zu tragen.
1964 bat die Missionsleitung sie, einen Distriktskrankenpflegedienst in Dirkiesdorp / Mpumalanga, (dem späteren Thema-Zentrum) aufzubauen. Dazu gehörten eine Krankenstation und regelmäßige Überlandfahrten zu einer Reihe von Außenposten. „Sister Bente“ war bei der Landbevölkerung hoch angesehen, die sie als „Ihren Arzt“ betrachteten und als „weise Frau“ verehrten.
Während eines Heimataufenthaltes in den Jahren 1967/68 arbeitete sie auch zwei Monate lang im Altenheim in Hesel mit, bevor sie sich im August 1968 wieder nach Südafrika aufmachte und bis 1972, wieder als Leitende Schwester, im Missionskrankenhaus Itshelejuba / Kwa-Zulu/Natal tätig wurde. Dort leitete sie die Außenabteilung selbständig. Durch die vielen Fahrten in die entlegenen Siedlungen bekam Marie-Charlotte, wie in Dirkiesdorp, ganz unmittelbare Einblicke in das Leben der dortigen Bevölkerung, eine einmalige Erfahrung.
Die folgenden Jahre bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland im Mai 1975 verbrachte sie vielfach im Vertretungsdienst für Kolleginnen, die im Heimataufenthalt waren. So kam sie mehr als einmal an alte Wirkungsstätten nach Dirkiesdorp und Botshabelo zurück.
14 lange und bewegende Jahre hat Maidi Bente, wie sie liebevoll von Verwandten, Freunden und Weggefährten genannt wurde, „in treuer Pflichterfüllung und unermüdlichen Einsatz“ im Dienst der Mission und Diakonie verbracht, wie es F. Dierks in ihrem Arbeitszeugnis betont und ergänzt: „Wo immer sie von der Mission benötigt wurde, hat sie sich freudig eingesetzt“.
Als sie sich 1975 beruflich in der alten Heimat niederließ, diente sie noch viele Jahre als Beauftragte des Kirchenbezirks Süddeutschland im Missionskollegium und im Diakonierat. Es war ihr eine große Freude, dass sie im Sommer noch einmal das Bleckmarer Missionsfest mitfeiern konnte, und von ihren aus Afrika mitgebrachten Andenken und Kunstschätzen abgeben (und die Missionskasse aufbessern) konnte.
Die Lutherische Kirchenmission dankt ihr alle Liebe zu den Menschen, die in ihrem Dienst Christus begegnet sind.
